Marco Weicholdt | Der Gründer des MACHN-Festivals über die Idee hinter dem erfolgreichsten Zukunftsfestival des Ostens

Shownotes

Marco Weicholdt ist Gründer des Zukunftsfestivals MACHN. Als Unternehmer, Netzwerker und Mitinitiator des Festivals arbeitet er seit Jahren daran, Menschen aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft zusammenzubringen. Aus einer mutigen Idee ist eines der spannendsten Innovations- und Zukunftsfestivals Deutschlands entstanden.

Wir sprechen über die unterschätzten Chancen Ostdeutschlands, die Entstehung und Entwicklung des MACHN-Festivals sowie die Bedeutung von Unternehmertum für gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Marco erzählt, warum er bewusst auf Mitteldeutschland setzt, welche Geschichten über den Osten falsch erzählt werden, was ihn an der aktuellen gesellschaftlichen Entwicklung beschäftigt und was seine Lieblingsmomente aus fünf Jahren MACHN sind.

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00:00:00: Es fühlt sich halt sehr, sehr familiär an.

00:00:02: Und gerade auch dieser Ort und der Anspruch dass man unabhängig der Position mit Menschen in Kontakt kommen kann und voneinander lernen kann und eine gewisse Neugier hat.

00:00:12: Das egal ist ob das jetzt Robert Havak ist oder jemand der gerade frisch vom Studium oder ne Forscherin die sagt ich hab jetzt hier ne tolle Technologie.

00:00:19: was mache ich denn damit?

00:00:20: Sehe ich mich als Unternehmerinnen oder will ich eher in Akademia bleiben so Und diesen Spirit hinzubekommen, dass man sich traut auch ganz viele Leute einfach anzusprechen und daraus einen Wert generiert.

00:00:34: Das ist glaube ich was worauf wir sehr stolz sind und was man hoffentlich gespürt hat.

00:00:42: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Einheit gut allesgut dem Podcast über Menschen den Osten und den Weg zur Gleichberechtigung zwischen Ost- und West.

00:00:51: Mein Name ist Toni und gemeinsam mit meinen Gästinnen und Gästen spreche ich in diesem Podcast über ein Thema das mir besonders am Herzen liegt die Sichtbarkeit und die Repräsentanz von Ostdeutschen in unserer Gesellschaft.

00:01:03: Wo sind sie, die Aussies?

00:01:04: Wie sieht es drei Jahrzehnte nach der Wiedervereinigung mit der Gleichberechtigung aus?

00:01:09: Wir sprechen über das Ostsein, über spannende Wege – und blicken zurück aber vor allen Dingen nach vorn!

00:01:15: Ich freue mich, dass ihr dabei seid.

00:01:17: Viel Spaß mit dieser neuen Folge.

00:01:22: Hallo und herzlich willkommen zu dieser neuen Episode von Einheit.

00:01:25: gut alles Gut.

00:01:26: Ich war vor kurzem auf einem tollen Festival, das Marketing-Liedership und Innovation im Osten neu denken will.

00:01:34: Und echteweise ich habe dann richtig guten Spirit vorgefunden.

00:01:37: Menschen die nicht jammern sondern mit klugen Ideen nach vorgehen, die Lust auf Veränderung haben und die Dinge einfach machen wollen.

00:01:44: Und irgendwie schwang da immer mit – Im Osten geht was!

00:01:49: Und spätestens wenn man hört und liest dass Robert Habeck der Keynote Speaker in diesem Jahr ist, weiß man okay Da ist irgendwie Musik drin.

00:01:58: Und ich habe heute hier im Podcast den Erfinder und Festivalleiter eben dieses Festivals, das den Namen Machen trägt.

00:02:05: Und damit sage ich Hallo und herzlich willkommen in diesem Podcast!

00:02:08: Lieber Marco Weichold, schön dass du da bist.

00:02:10: Hallo,

00:02:10: vielen Dank für die Einladung.

00:02:13: Lieber Marko wir wollen natürlich über dich sprechen, wir wollen über das Machenfestival sprechen was eben kürzlich stattgefunden hat und auch über deinen Blick auf ja Ostdeutschland, aber zunächst bevor wir so tief in die Themen einsteigen.

00:02:27: So einen Blick zurück oder so eine Frage an dich.

00:02:30: wenn dir jemand gesagt hätte vor heißt ich zehn, fifteen Jahren das eines der muss man ja schon sagen Dolsten Business Festivals in Mitteldeutsche stattfindet und nicht irgendwie in München, Frankfurt oder sonst wo hätten vielleicht viele irgendwie so ein bisschen geschwundete denn gesagt mal gucken warum hattest du diese diese Gedanken, dass sozusagen warum hast du auf die Region gesetzt?

00:02:53: Was glaubst du was ist da anders als in anderen.

00:02:56: Ja also natürlich hätten viele gesagt um Gottes Willen, warum denn gerade da?

00:03:02: und ich glaube nach wie vor die Event-Landschaft ist sehr bunt und voller verschiedener Formate mit verschiedenen Hintergründen, Strukturen, Zielgruppen und Größenordnungen und alles davon hat seine Berechtigung glaube ich.

00:03:15: Warum ist das etwas Besonderes?

00:03:16: Ich glaube einerseits ist es entstanden aus einem einem Gefühl von so ein Missmatch zwischen dem was da ist am Substanz und zwischen dem, was vielleicht wahrgenommen wird in der gesamten bundesdeutschen Perspektive.

00:03:31: Und ich komme selber aus dem Start-up Umfeld, also neue Dinge, neue Denken anfangen ausprobierenden Fragestellten Lösungen erfinden.

00:03:40: Für viele dieser vorausschauenden lösungsorientierten Formate musste man oder war man es gewohnt nach München zu fahren?

00:03:46: Nach Berlin zu fahren, nach Hamburg, nach Köln, nach Osten und so weiter.

00:03:51: Also es gibt ganz, ganz viele tolle Formate die alle auf eine Art Vorbild sind für das was wir jetzt in Leipzig gebaut haben.

00:03:58: Und da ich aber sozusagen am Kern dessen war, von... Da entsteht was Neues und gleichzeitig wird das irgendwie nicht erzählt oder bekommt es keine Bühne aus unserer Perspektive.

00:04:08: Er hat sich nach der Pandemie eine Gelegenheit ergeben zu sagen jetzt gibt's quasi genau dieses Bedürfnissen nach Wiedersehen, nach Treffen, nach persönlichem Austausch, nach Anfassen ausprobieren neugierig sein in der Vorlerin.

00:04:21: Und so ist es im Jahr die Idee entstanden lasst es mal ausprobiert

00:04:27: Und das ja wirklich in einer Region, wo eben so viel passiert und da wollen wir auch gleich drauf zu sprechen kommen.

00:04:31: Da spürt man irgendwie so ein jeder Faser des Festivals und wie du gesagt hast, da ist Substanz die man irgendwie gerne zusammenbringen will.

00:04:40: Wir wollen einmal natürlich über dich sprechen weil Du hast schon gesagt, Du kommst aus der Start-up Szene und auch so wie es eigentlich dazu kamen Wenn Du uns einmal mitnimmst für die Hörerinnen und Hörern Wo kommst Du her?

00:04:54: Wo bist Du aufgewachsen?

00:04:55: was ist so Dein?

00:04:57: Was ist deine Heimat?

00:04:58: Ja,

00:04:59: also ich bin in Leipzig geboren, sieben-achtzig.

00:05:01: Also sozusagen genau diesen Bruch irgendwie so gerade noch mitgenommen oder gefühlt nicht bewusst mitgenommen trotzdem irgendwie aufgesogen.

00:05:08: Bin dann auch in Leibzig groß geworden und zur Schule gegangen Abitur gemacht, noch Zivi gemacht...

00:05:15: Sehr gut!

00:05:17: Das hat man damals so gemacht ja.

00:05:19: Ja, ich auch.

00:05:21: Genau, und danach zum Studium.

00:05:24: Das war so ein deutsch-französisches Studium also die Hälfte des Studiums in Frankreich gemacht in Lyon oder die andere Hälften in Weimar.

00:05:30: das waren Medienkultur also europäische Medienkultur sozusagen einen Rundumschlag über die Geisteswissenschaften Danach lang in der Filmbranche gearbeitet für öffentlich rechtliches Fernsehen gearbeitet Dokumentationsfilme übersetzt selber Produktionen und Regie geführt nebenbei noch ein Master gemacht und dann irgendwann aber mit einer harten Kehrtwendung in die Start-Up Bubble abgerutscht.

00:05:55: Und das Basislager aufgebaut, da ist ein Corporating Space hier an Leipzig was quasi eine Community von Freelancer & startups Technologieunternehmen Leuten die Flexibilität brauchen, sich auch vom Austausch quasi anstecken wollen im positiven Sinne.

00:06:10: Die Arbeit ist nicht alles.

00:06:12: trotzdem ist es sozusagen professioneller Austausche Und aus dieser Community raus sind ganz viele Veranstaltungsformate entstanden.

00:06:18: Die Fuckup Knights haben wir hier in Leipzig aufgebaut, das sind unternehmerische Formate.

00:06:22: wo es darum geht wie geben wir als Gesellschaft mit Scheitern um?

00:06:25: was können wir daraus lernen von Dingen die andere falsch gemacht haben?

00:06:29: und wollen wir das?

00:06:29: Und feiern wird das?

00:06:30: oder finden wir das doof wenn Leute Risiko eingehen?

00:06:33: und so.

00:06:34: Start-Up Safari Hackatons also ganz ganz viele Dinge die quasi in diesem Start up Cosmos und diesem Yo!

00:06:40: Wir probieren mal etwas aus uns überhaupt nicht schlimm jetzt schiefgeht Und trotzdem lernen wir was über Technologie, über Organisationen, über Unternehmertöme und so weiter.

00:06:50: Und das hat während der Pandemiejahre eine kleine Delle bekommen logischerweise für physische Events ganz schwierig, harte Zeiten.

00:06:58: Gleichzeitig ist die Start-up-Szene aber genau die, die nach Lösungen sucht oder die für Anforderungen ein bisschen zuständig ist und sagt ja es ist jetzt doof, weil wir nehmen die Zutaten, die wir haben.

00:07:07: Da habe ich in den zwei Jahren, wo Veranstaltungen Gar nicht ging im klassischen Sinne das ganze digitalisiert, skaliert und gesagt guck mal Dresden, guck Mal Halle, gucke mal Magdeburg.

00:07:16: Was geht da über alles?

00:07:18: Ich kannte mich in Leipzig und zwischen sehr gut aus arbeiten den Nachbar-Ökosystemen.

00:07:22: Der Ilmenau ist ganz großartig, ist tief im Wald aber man schafft es aus eigener Kraft nicht das zu kommunizieren was da ist an Ideen, an Talenten.

00:07:31: Und daraus ist dann quasi entstanden Boah wenn wir diese ganzen vielen kleinen schnugglichen Behäufchen sozusagen zusammenschießen und da einen großen Leuchtturm draus machen, ist plötzlich etwas da was halt mithalten kann mit den großen Metropolen.

00:07:45: Und was aber trotzdem mein letzter Satz anders ist als in Hamburg so.

00:07:51: Also trotzdem eine eigene Handschrift hat und nicht ein Copycat von einem OMR... Ich freue mich immer wenn es... Man wird manchmal genannt die OMR des Ostens oder so.

00:07:59: dazu gehe ich mal kurz zusammen und denke so wow Moment total lieb gemeint aber das ist nicht der Punkt.

00:08:07: Wie gesagt, die Bits & Pretzels in München gibt's.

00:08:09: Den Pirate Summit in Köln gibt es inzwischen in veränderter Formen.

00:08:12: Die South by Southwest in Austin ist ein riesengroßes Vorbild also genau diese Schnittstelle zwischen Kultur, zwischen Kunst zum Schaffen von Tüftlern, von Techies aber auch dem Verkaufen und dem Kaufmenschenteil Ja.

00:08:28: Aber

00:08:28: sag mal wie kam es dass du sozusagen deiner Heimat deine Region Treu geblieben bist.

00:08:33: Also es hätte auch sein können, du biegst irgendwo anders ab und bleibst in Frankreich oder gehst woanders hin?

00:08:38: War's Zufall oder hast Du schon so irgendwie ein Gespür im Sinne von?

00:08:42: hier ist mein Wirken vielleicht hat noch mal einen anderen Hebel?

00:08:45: Ja

00:08:46: also ich bin ja auf eine Art zurückgekommen.

00:08:49: Also irgendwie durch das Studium... Ich wollte mir schon die Welt angucken.

00:08:53: Habe mich an Kanada gelebt habe in Frankrisch studiert wie gesagt und hatte schon Neugier auf die Möglichkeiten die man halt hatte war aber nie so ganz weg aus der Heimat, wenn man das so nennen will.

00:09:05: Und hatte schon das Gefühl jetzt mal familiär, aber auch so rein menschlich bin schon gerne zurückgekommen und ich weiß auch dass es nicht viele gemacht haben weil das halt rein beruflich.

00:09:16: also das war irgendwie logisch dass man nach dem Abitur nach dem Studium das hat man gerne noch mitgenommen was kostenfrei war und die guten Jobs gab's aber nicht hier Und die wenigsten, die wirklich dann sozusagen hier geblieben sind oder so wie ich quasi zurückgekommen bin.

00:09:33: Gleichzeitig hatte ich das Gefühl dass hier Dinge anders gemacht werden.

00:09:37: Ich kann es leider nicht konkreter benennen was es wirklich ist aber es ist ein Gefühl was sich auch über die Jahre gefestigt hat in Gesprächen mit anderen Initiativen und anderen Biografien Dass man sich selber find's auch ein bisschen schade, dass man immer noch drüber spricht.

00:09:52: Aber es ist ja nun auch Anlass des hiesigen Podcasts... ...dass man im Gespräch mit anderen Aussies die sich in anderen Teilen der Welt so'n bisschen als Alien, als was Besonderes gesehen haben weil sie eine bestimmte Bibografie, eine bestimmter Einstellung zum Leben haben und das natürlich auch sehr verbindend ist auf einer Art.

00:10:09: Und gleichzeitig lustigerweise aber gerade Leipzig eine riesengroße Durchmischung hat und eigentlich diese diese DNA, so ein kleines bisschen.

00:10:17: Das lebt ja von vielen Leuten die wiederum zugezogen sind also die gar nicht mit den Ursprünglichen Leibs.

00:10:21: Also eine riesengroße Mischung die aber der Stadt als großer Handelsstadt noch nie geschadet hat ehrlich gesagt.

00:10:28: Ja es ist spannend weil du sagst dass auch diesen Podcast gibt.

00:10:31: ich das sage ich immer so pflapsig, aber ich wünsche mir teilweise auch dass Menschen mal auf meine Einladung an der Sitz soll gar nicht so heißen.

00:10:38: Aber dass Menschen mit meiner Einladungen absagen weil sie sagen Ey für mich ist es gar kein Thema mehr.

00:10:43: Ist doch eigentlich wurscht wo ich geboren wurde und gleichzeitig merke ich, dass es dann doch ein Thema ist wenn man irgendwie einen anderen Du hast gerade ein paar Beispiele genannt Wenn man vielleicht leicht anderen Blick auf die Welt hat Auf die Dinge wie sie geschehen und so aber vielleicht verwext es ja auch irgendwann.

00:10:59: Bis dahin bin ich noch froh, dass viele meine Einladung folgen.

00:11:03: Da steckt ja auch ganz viel Unternehmertum drin.

00:11:05: Du hast irgendwie gesagt aus dem Problem oder aus der Situation eine Idee entwickelt.

00:11:11: Steckt das in dir?

00:11:12: Steckte das schon immer in dir oder hat sich das so ein bisschen?

00:11:15: waren das Opportunitäten die sich dann ergeben haben?

00:11:18: Ich glaube, beides.

00:11:20: Selbstwirksamkeit ist etwas was man irgendwann erfährt und wo man Spaß daran hat indem man Dinge ausprobiert und sich am Anfang wahrscheinlich auch ein kleines bisschen überschätzt und sagt ich probiere das jetzt mal aus.

00:11:30: Und wenn man dann das Glück hat dass man die richtigen Zutaten rechts und links neben sich hat und aus welchem Grund auch immer Erfolg hat Dann wird man meistens sozusagen wird mein Blut lecken und dann hat man Lust Dinge größer zu machen selber in die Hand zu nehmen und nicht nur Sachen zu kopieren die man vielleicht vor anders gesehen hat.

00:11:47: Und ich glaube, ich habe schon Spaß am gestalten.

00:11:49: Ich hab auch große Freude darin Leute zu bewegen und sozusagen Dinge zusammenzubringen die in sie los nebeneinander stehen und wenn sie aber plötzlich sich ergänzen und wertschätzen was größeres bauen als die Summe der einzelnen Teile.

00:12:04: Und der Fairness halber ist es aber auch, du hast es schon angedeutet.

00:12:06: Ist da Glück dabei gewesen oder wer?

00:12:08: bei so einer Größenordnung braucht man sehr viele Leute die an das Gleiche glauben und investieren?

00:12:13: Das ist nicht nur eine Person.

00:12:14: deswegen ist ein bisschen fies.

00:12:16: natürlich ich bin irgendwie das Gesicht des der Bewegung Aber dass ist auch fairerweise ganz viel in.

00:12:24: Ich war angestellt, in dem Verlagshaus hier in Leipzig die Mazzag Mediengruppe betreibt.

00:12:28: Die regionale Häuser hier in leipzig, die FVZ und DSZ inzwischen.

00:12:33: Das heißt da ist auch ganz viel sozusagen von dem skalieren oder für den Möglichkeiten verdanken wir einfach das wir quasi zu einem Haus was aus der etablierten Wirtschaft kommt und was quasi ein Geschätzmodell eher aus der vergangenen Zeit hat sich aber auch transformieren kann und will und darin eine riesengroße Chance gesehen hat Leipzig zum Zentrum der anpackenden Lust auf morgen machen, dann Community zu machen.

00:12:59: Und gleichzeitig ganz viele Sponsoren und Unternehmen die darin eine Chance für sich selber aber auch für die Region gesehen haben dass es hier Geschichten gibt die unterrepräsentiert sind im Bundeskontext.

00:13:13: Das finde ich schön!

00:13:15: Jetzt auch aufs Festival in Sicht zu sprechen kommen.

00:13:18: Ich war tatsächlich zu meiner Schande das erste Mal da, vorher noch nicht und fand es wirklich eine tolle Stimmung die wie du gesagt hast zwischen zugewandten Menschen anpackend und so ein bisschen einfach lässig auch und das ist schön.

00:13:35: Ich möchte auf einen Punkt zu sprechen kommen, weil ihr schreibt auch und vielleicht klingt das so ein bisschen im Vergleich zur OMR durch.

00:13:40: Aber es kannst du sagen, hier sagt wir sind das bessere Business Festive.

00:13:46: Was heißt besser?

00:13:49: Ja also ich glaube der Charme oder das was wir uns als Zielstellung gesetzt haben ist dass wir unabhängig von Bin ich jetzt einen Geschäftsführer, bin ich Praktikant.

00:14:00: Bin ich Vorstandsvorsitzender und in welcher Karriere stufe auch immer was verdiene wo ich herkomme ein zugängliches Format zu bauen.

00:14:09: also wir sind in der Baumwollspinnerei also auch historisch sozusagen.

00:14:12: das atmet auch den Geist des Unternehmens.

00:14:14: schon im letzten Jahrhundert da war die Region sehr erfolgreich muss man auch sagen es ist ein industrielles Erbe ganz viel Backstein ganz viel schweres Das riecht heute noch in den Hallen

00:14:26: Oh ja, oh ja.

00:14:28: So und gleichzeitig kommen wir jetzt an und bauen da ein niederschwelliges Format eben nicht in der Messehalle, eben nicht durchgestylt und designen und irgendwie wie man sich da jetzt kleiden muss usw.

00:14:41: Ich glaube das macht auch ganz viel die Mischung mit den Künstlern, die vor Ort sind.

00:14:44: Das sind jetzt Ateliers, Werkstätten, das sind ganz viele kreative Dione, jeden in der Baumwolltspiel nachher jeden Tag arbeiten und leben.

00:14:51: Und jetzt laden wir einerseits die Start-up-Szene ein, die auch ein bisschen locker ist.

00:14:56: Alle sind in der Duo alle sind zugänglich und haben irgendwie eine Neugier aufeinander.

00:15:00: Man sieht weniger den Wettbewerb miteinander vielleicht auch weniger so ein bisschen den kommerziellen.

00:15:06: Das ist vor und nachteil des Ostens gerade vielleicht gleich nochmal dazu kommt.

00:15:10: Aber das fühlt sich halt sehr, sehr familiär an.

00:15:12: und gerade auch dieser Ort und der Anspruch dass man unabhängig der Position mit Menschen in Kontakt kommen kann und voneinander lernen kann, und eine gewisse Neugier hat.

00:15:22: Und das Egal ist ob das jetzt Robert Havak ist oder jemand, der gerade so frisch vom Studium oder ne Forscherin die sagt ich hab jetzt hier ne tolle Technologie was mach' ich denn damit?

00:15:31: Seh ich mich als Unternehmerin oder will ich eher in Akademia bleiben.

00:15:35: So diesen Spirit hinzubekommen dass man sich traut auch ganz viele Leute einfach anzusprechen und daraus nen Wert generiert Das ist, glaube ich, was worauf wir sehr stolz sind und was man hoffentlich auch gespürt hat.

00:15:50: Dass das eine schöne Mischung ist die, die man hinbekommt und die man aber auch braucht wenn man in den Erfahrungsaustausch gehen möchte und wenn man aus seiner Komfortzone auch rausgeht.

00:16:00: also ich glaube viele Leute haben auch danach auf LinkedIn geschrieben dass sie sonst sich nicht so wohlfühlen auf Businessveranstaltungen oder sagen, bin ich überhaupt Business ehrlich gesagt?

00:16:08: Ich bin doch eher Also allein diese Einteilung würde auch jeder für sich anders beantworten.

00:16:15: und dass sich aber trotzdem Leute dort wohlfühlen, unabhängig davon ob sie jetzt groß als Startup-Unternehmerin unterwegs sind oder sagen... Ich bin doch Künstler, ich will da kein Geld verdienen.

00:16:26: Also das ist ein riesengroßes Spannungsfelder aus der die Regionen aber auch nicht nur alleine diese Region besteht, aber die Leute quasi zusammenbringen und dann vor Ort vielleicht doch feststellen lässt dass auch die Kreativen verkaufen müssen.

00:16:41: Dass auch die Techies irgendwie Teil der Gesellschaft sind.

00:16:44: also wir haben riesengrosse Möglichkeiten gerade technologisch.

00:16:47: Aber was es mit uns gesellschaftlich macht und welche Stellenwert vielleicht die Arbeit hat wie Berufsleben und Privatleben zusammengeht.

00:16:54: Das sind alles Themen, die wir versuchen mit reinzubringen.

00:16:57: Und das macht es so ein kleines bisschen sehr generisch.

00:16:59: Da ist Wissenschaftskommunikation dabei.

00:17:02: Wir hatten zwei Themen, wo es um die Neurobiologie ging... Also, da sind wir jetzt alle so ein bisschen sensibler geworden.

00:17:09: oder berichtet man einfach mehr darüber?

00:17:11: Oder was ist das Belastungslevel in der Arbeitswelt gerade?

00:17:13: Wie wollen wir miteinander umgehen?

00:17:15: Wie ist die Female-Foundarquote und so weiter?

00:17:18: Es sind ganz viele Themen, Level von dem einzigen Unternehmen sind, die aber aus meiner Perspektive genauso relevant sind wie die große Frage.

00:17:29: Wie schaffen wir es eine neue Generationen von Unternehmen zu bauen?

00:17:32: Die auch mithalten kann auf globalem Level.

00:17:36: Ja und man muss ja auch sagen dass Wirtschaft, Wirtschaft klingt immer so ein bisschen abständig und abstrakt Aber Wirtschaft ist dann doch halt irgendwie in allem drin Und in Gesellschaft In Politik im Miteinander Und deshalb finde ich das so schön, auch die Themen, die du aufzählst und die Menschen, die man trifft.

00:17:52: Genau wenn sich jemand vielleicht nicht unbedingt als Business-People-Person wie auch immer bezeichnen würde aber irgendwie schwingt es dann doch ja in so vielen Dingen mit.

00:18:03: Ich fand interessant, du hast vorhin gesagt oder du hast das Wort Bewegung genutzt.

00:18:09: ist das?

00:18:10: Vielleicht auch im Sprit und im Vergleich zu anderen Festivals ist das was euch wichtig ist dass ohne dass ihr vielleicht das Wort Bewegung so proaktiv nutzt, aber dass eher der Spirit des Mindset im Vordergrund steht als irgendwie so ein Festival oder Event-Charakter?

00:18:29: Oder ist das eine falsche Wahrnehmung.

00:18:31: Naja wir haben ja ein bisschen die Herausforderung, dass wir quasi an zwei Tagen im Jahr dieses Festivals physisch bauen und gleichzeitig passiert es so viel im Jahr!

00:18:41: So, und natürlich ist die große Frage nach dem Impact.

00:18:44: Also was kann man erreichen?

00:18:45: Wen kann man erreichen?

00:18:46: Und was will man vielleicht für Botschaften oder das will man für Leute tun?

00:18:50: Das ist tatsächlich eine sehr, sehr akute Frage.

00:18:54: Was ist quasi mit den vielen anderen Tagen im Jahr, wo wir quasi keinen Event machen und trotzdem ja irgendwie gesellschaftlich weiter in seiner Bubble springt und quasi trotzdem Teil eines... sich vielleicht identifiziert Mit einer bestimmten Haltung, mit einer bestimmte Community, mit der bestimmten Bewegung?

00:19:12: wie auch immer.

00:19:13: Das gibt es jetzt verschiedene... Da kann man unterschiedlich nennen.

00:19:16: aber das ist schon so dass wenn wir jetzt ein großes Strohfeuer machen und alle sind aufgetankt mit positive Energie und sagen ach spannend hier sind ja wirklich Leute draußen jenseits dessen was man vielleicht in den Medien trotzdem irgendwie liest oder vielleicht irgendwie auf die Stimmung gerade drückt weil das wirtschaftliche tatsächlich alles gerade kein Spaß macht.

00:19:35: Aber trotzdem schafft man's an diesen zwei Tagen quasi die Leute, die anpacken wollen, die progressiv eingestellt sind.

00:19:42: Die auf sozusagen Diversität, Toleranz und wirtschaftlichen Erfolg stehen und sich gegenseitig glaube ich auch ein kleines bisschen Mut machen müssen und zusammenhalten müssen und sagen ja es sind nur mal die Zutaten, die wir haben aber die Grundvoraussetzungen sind auch nicht ganz schlecht.

00:19:56: Lass mal gucken was man damit machen kann.

00:19:58: Das ist glaube ich was unterjährig eine riesengroße Aufgabe trotzdem ist.

00:20:01: Und deswegen bin ich auch dankbar für solche Einladungen, dass man halt digital Dinge verlängern kann und mit den Fotos, mit den Inhaltenen, mit dem Referentum, mit der Mini-Geschichte sozusagen auch Dinge quasi ins neue Jahr tragen können.

00:20:14: Also es sind geiler Job jetzt über siebenzwanzig schon nachzudenken zu gucken.

00:20:18: wir wollen dann jetzt mal nach Leipzig einladen die oder die noch nie in der Stadt war oder den Osten zum allerersten Mal.

00:20:24: also das macht schon Spaß

00:20:27: total.

00:20:28: Robert Habeck, ich meine da kann man auch echt einfach stolz sein dass ihr den nach Leipzig geholt habt weil das ist toll.

00:20:34: Das ist einfach ein großer Name.

00:20:36: von daher bin ich gespannt wer twenty-sevenundzwanzig der Headliner ist oder die Headlinerin.

00:20:42: wir werden sehen und sagen mal auch mit Blick und du hast es auch schon angedeutet die aktuelle Erzählweise über Ostdeutschland also von außen stehen und da ist ja auch dieser Podcast irgendwie bisschen mehr positives erzählen möchte, aber von außen stehend ist ja manchmal einfach eine Erzählweise wo man sich denkt so da es viel Problemorientierung und Co.

00:21:05: Und gleichzeitig wenn man dann bei euch auf dem Festival ist, dann sieht man halt ganz viele Unternehmergeist und Spirit und Innovationen.

00:21:11: wie ist denn so dein Blick auch gerade auf die auf das Erzählte über Ostdeutschland.

00:21:16: Wie nimmst du das wahr?

00:21:18: Und wie ist vielleicht für dich also manchmal dieses Spannungsfeld zwischen, du bist mittendrin in so einer Positivität, in so eine Anpackung und so wo man sich denkt hier ist doch richtig geil und hier passiert was.

00:21:29: Und gleichzeitig ist das Narrativ in großen Teilen ja schon auch dann negativ und problembelastet – wie nimmest du das war?

00:21:36: Ja

00:21:37: ich glaube es hat sich auch ein Stück weit gewandelt würde ich mal sagen oder das Problem Kleinreden zu wollen.

00:21:44: Aber ich glaube schon, dass gerade in den ersten Jahren so ein bisschen einen Haar hat, die aussieht, sind irgendwie niedlich, die hat etwas Exotisches vielleicht.

00:21:56: und dann halten wir Leuten eine Mikro vor die Nase und dann sprechen sie so eigenartig und dann sucht man sich genau die Leute, die vielleicht ein bisschen einfacher gestrickt haben.

00:22:05: Also das war glaube ich diese berühmte westdeutsche auch ganz so.

00:22:10: ist nicht völlig weg, aber ich glaube schon dass sich das ein kleines bisschen ausniviliert hat.

00:22:13: Dass man auch da ein differenzierteres Bild hat und gleichzeitig ist es ja trotzdem so, dass nicht alles gut ist im Osten.

00:22:19: Also ich glaube gerade wenn wir über Wirtschaft sprechen, gerade wenn Wir über Erbschaften sprechen, grade Wenn wir über Kapitalverfügbarkeit sprechen, Gerade wenn wir Politik sprechen Da Ist Nicht Alles Gute Im Osten Und Das Es Auch Richtig Dass Darüber Berichtet wird.

00:22:34: also Ich Glaube das Muss Man auch So Bisschen vorsichtig sagen, dass es nicht darum geht Dinge zu beschönigen wenn wir in den gesellschaftlichen Problemen haben.

00:22:43: Das ist jetzt nicht immer gleich die ganze Demokratie sozusagen infrage stellt oder aufgrund der Wendelerfahrung sind jetzt keiner mehr demokratiefreundlich oder so.

00:22:51: das ist auch Quatsch.

00:22:52: also meistens gibt's eine Bundheit die aber im Westen irgendwie nicht erzählt wird.

00:22:58: ich schiffe jetzt bewusst um einer bestimmte Partei die Gesamtgesellschaftliche.

00:23:03: ein Problem ist in eine bestimmte Ecke gesteckt oder denke ich davon, dass das auch ganz viel mit Migrationen.

00:23:11: Also in der deutschen Migration dieser Leute die einfach hier einen sehr guten Nährboden gefunden haben und deswegen wie damit fliegen.

00:23:18: So gleichzeitig glaube ich also es ist beides da sowohl das positive als auch das negative.

00:23:25: Ich würde das negative überhaupt nicht verstecken oder weg problematisieren.

00:23:29: so wir versuchen einfach Das, was wir sehen genauso zu erzählen sozusagen um den Gleichgewicht zu haben.

00:23:37: Zu dem was man sonst vielleicht wahrnimmt und das ist also gar nicht groß eine journalistische.

00:23:43: Also da freue ich mich sozusagen dass natürlich die überregionale Presse da irgendwann drauf aufspringt Und der Tagesspiegel angereist kommt und die Zeit im Osten da ist und wir sozusagen mit den üblichen Medien und Kanälen Die es natürlich auch toll finden und einfach dankbar sind dass man da auch noch mal eine Verlängerung oder eine andere Erzielform hat und sich damit aufsetzen kann.

00:24:03: Am Ende ist es, ne?

00:24:04: Auch Brandeins hatte eine lange Tradition sozusagen da mit anzudocken über Detektor-FM die in Leipzig sehr stark vertreten sind

00:24:12: usw.,

00:24:13: also da gibt's... quasi Verbündete, auch Gesamtdeutsch ehrlich gesagt und das nochmal kurz zu sagen.

00:24:20: Dass das gesehen wird, dass es gefeiert wird, die Andersartigkeit auch sozusagen gewertetzt wird und was total Freude macht.

00:24:31: Ich finde das toll!

00:24:32: Grüße an Christian Bollard.

00:24:33: in der Situation Ihr seid ja auch alle, die hier mit dem Podcast sind und ich auch irgendwie so Botschafterin und Botschafta für den Osten.

00:24:41: Und ich bin komplett bei dir lass nicht negieren was an Negativen passiert lasst aber trotzdem irgendwie viel mehr auf das positive schauen.

00:24:47: deshalb da nochmal angedockt die Frage Was ist vielleicht so?

00:24:51: der du hast gesagt der bunte Osten oder auch der Nährboot?

00:24:54: Was glaubst Du?

00:24:55: warum funktionieren Dinge auch gut?

00:24:57: beziehungsweise irgendwelche Chancen wären vielleicht auch unterschätzt, wenn man von außen rein oder drauf schaut, die der Osten hat gegenüber anderen Regionen.

00:25:11: Fällt dir da, fallen dir da Dinge ein?

00:25:13: Ja also ich glaube die Lebenshaltungskosten sind einfach sehr viel niedriger als in der Metropole.

00:25:19: das ist wahrscheinlich auch wahr im Westen wenn du ins Stadtland vergleichtest es immer.

00:25:25: aber so prinzipiell glaube ich, kann man richtig gut studieren und forschen in den östlichen Bundesländern.

00:25:32: Also die Forschungs-Science-Community ist gigantisch da wurde auch viel angesiedelt.

00:25:36: aber das sind auch ehrlich gesagt traditionell schon seit tausenden von Jahren ganz viele Ingenieure, ganz viele Tüftler, ganz vielen Leute die Lösungen suchen und diese aber nie gewohnt waren Großgeschäftsführer daraus zu bauen.

00:25:47: Das ist sozusagen in meinem eigentlichen Job meine große Mission dar.

00:25:51: und dann die magische Bildung und die große Vision die EU Geldverdienste.

00:25:54: in Ordnung Eine Idee haben ist das eine, aber Umsetzung und daraus Unternehmen zu bauen ist das andere.

00:26:01: Aber deswegen sozusagen noch mal wirtschaftlich gesprochen.

00:26:05: also was die Kosten für Flächen, für Hallen, für Verfügbarkeit über von... Also es ist ja kein Zufall dass die Halbleiterbranche in Dresden gerade explodiert und boomt.

00:26:16: Das hat bis auf etwas mit geologischen Geschaffenheiten da im Norden von Dresde zu tun, das hat aber auch ganz viel dazu getan dass man infrastrukturell eine Anbindung geschaffen hat und dass man verfügbare Flächen hat, die vielleicht in anderen Teilen von Deutschland oder Europa schon ausgenutzt sind.

00:26:31: Und gar nicht mehr verfügbar sind.

00:26:33: Magdeburg, die große Intel-Ansiedlung – es gibt sehr wenige Flächen, die in dieser Größenordnung verfügbaren sind und die auch kostentechnisch und anschlüsstechnisch machbar sind!

00:26:43: Das kann der Osten.

00:26:44: Deswegen ist das so mit diesem Industrial Decline was man immer mal hört und ich auch nicht kleinreden will, aber ich glaube schon dass das Powerhouse hier eine Chance hat.

00:26:55: Wenn man es schafft dann gesellschaftlich sozusagen die Talente hier herzuholen, hier zu halten und hier vor Ort auch was aufzubauen und nicht aus falsch verstandener Fremdenfeindlichkeit irgendwie sich den Leuten vergrauen so.

00:27:09: Und sagen wir bevor wir noch mal so ganz kurz zurückgucken auf deine Highlights der letzten fünf Jahre beim Machen-Festival.

00:27:15: Und wir hatten schon kurz auch gesprochen, das Zusammenspiel Wirtschaft und Gesellschaft.

00:27:19: Viele Menschen trennen das ja auch so ein bisschen.

00:27:20: Das ist meine Arbeit und hier ist mein privates Leben und so.

00:27:25: aber bei Machen bringt ihr ja bewusstes auch zusammen.

00:27:28: Auch das was wir gerade drüber sparen es eben nicht nur das reine Business Festival sondern da steckt irgendwie mehr dahinter.

00:27:33: die darüber liegende Frage welche Verantwortung haben eigentlich Unternehmen heute auch für die Gestaltung?

00:27:40: Zusammenbringen der Gesellschaft finde ich hier als eine der spannendsten mit und vielleicht auch gerade in Ostdeutschland noch mal mehr, wenn man einfach... Wir hatten in der letzten Folge die Pfefferkorn vom Verein Weltoffenes Sachsen.

00:27:52: Welche Verantwortung siehst du auch bei Unternehmern?

00:27:55: Gerade in dieser Zeit, die in der Wirtschaft stehen aber eben wo Wirtschaft und Gesellschaft dann doch irgendwie nicht zu trennen ist.

00:28:04: Also ich glaube, man muss ein bisschen aufpassen weil einerseits haben Unternehmen riesen Riesen große Probleme und Herausforderungen gerade.

00:28:10: Und wenn man da jetzt noch um die Ecke kommt mit übrigens ihr seid auch noch damit zuständig sozusagen die Gesellschaft zu retten oder Ihr seid auch Arbeitgeber oder ihr seid für die Umwelt auch nach zuständig und eher selbst für soziale Ungerechtigkeiten zuständig dann schalten viele Unternehmer glaub ich auch schnell ab und sagen Ja, verstehe ich.

00:28:30: Alles super wichtige Themen... Also wenn es uns nicht mehr gibt oder wir gerade existenziell bedroht sind dann sind die Prioritäten ein bisschen anders.

00:28:38: Gleichzeitig ist das natürlich so und jetzt kommen wir noch mal zu dieses bessere Business Festival dass gerade Menschen, die am Anfang stehen und sozusagen ihnen ein Wirtschaftssystem reingeboren werden oder für sich selber eine Rolle suchen.

00:28:50: was will ich denn beitragen?

00:28:51: im Großen Ganzen vielleicht auch nochmal mit einem anderen Anspruch an das Wirtschaften gehen ausprobieren wollen, ob man nicht participativer sein kann.

00:29:02: Ob man nicht Gleichberechtigung führt?

00:29:04: Ob man diese Trennung Arbeitgeber-Arbeitnehmer... wie ist dieses Arbeitszeitmodell?

00:29:09: jetzt wird gerade diskutiert.

00:29:10: Muss man irgendwie diese vierzehn Stunden verteilen und muss mal da strenger sein um die Arbeitnehmer zu schützen?

00:29:15: oder muss man mehr Freiheiten geben weil unsere Arbeitwelt sich geteilt hat?

00:29:20: so also das sind ja wir leben in einem System was sehr alte Regeln hat oder sich irgendwie in der Industrialisierung halt irgendwie passende regeln nach Stunden abzurechnen oder so, völlig schräg.

00:29:30: Aber es funktioniert irgendwie und das hält das Ding zusammen.

00:29:34: Und Menschen die jetzt ein neues Unternehmen bauen gehen natürlich mit einem anderen Mindset oder vielleicht auch mit einer anderen Haltung oder mit dem anderen Anspruch rein.

00:29:41: Ich glaube dass ist der einfache Weg wenn man junge Menschen hat die Ambitionen haben und Lust haben was aufzubauen Und die sagen, meine persönliche Haltung ist ich würde das gerne so machen.

00:29:52: Denn es da ist wahrscheinlich der einfache Transformationsprozess als die großen etablierten Unternehmen, die ja riesengroß gigantisch sind und auf einem bestimmten Geschäftsmodell in einer bestimmten Zeit erfolgreich geworden sind, die sozusagen auf den Weg mitzunehmen und zu sagen Jo wir schaffen jetzt mal hier die Hierarchien ab oder wir dützen uns jetzt immer alle oder was auch immer sozusagen die Ideen sind um zu sagen Wir sind jetzt über Nacht plötzlich mal nachhaltig Wir engagieren uns jetzt auch noch sozial, was ja trotzdem passiert.

00:30:20: Das ist nicht so das etablierte Unternehmen gar nicht sozial engagiert sind oder nur Ausbeuter sind.

00:30:26: Ein absolut spannender Punkt!

00:30:28: Man darf nicht unterschätzen welche zusätzliche Aufgabe weiß ich gar nicht, ob es un-top kommt oder ob's eigentlich in der DNA sein sollte als Vertreter der Gesellschaft.

00:30:38: Und zeitgleich sind das ja... Es gibt ja gar nicht dieses.

00:30:41: jetzt bin ich auch zuständig für die Gesellschaft.

00:30:44: oder jetzt habe ich meine Zuständigkeit erfüllt?

00:30:47: Ich glaube, es ist so die Vielzahl von kleinen Sachen und die einen suchen sich das aus, die anderen suchen sich dass raus und tragen ihren Teil dazu bei.

00:30:55: Es ist ein interessantes Spannungswert, das stimmt schon.

00:30:57: Und ich glaube Neugründung gehen dann nochmal anders ran weil auch die Forderungen schon da steht.

00:31:02: aber etablierte Unternehmen ja so eine gewisse Also ein gewisser Fokus sollte schon da sein ohne natürlich dass man sich der Existenz darauf steht ja auch alles Weil wenn alles zusammenbricht weil das funktioniert nicht.

00:31:13: Aber so ein Grundverständnis dafür welche Rolle man in der Gesellschaft Einnimmt sollte schon fahren sein.

00:31:21: Das Gegenteil ist übrigens auch wahr, fällt mir gerade auf.

00:31:23: Also man kann genauso argumentieren dass man sagt Leute die am Anfang ihres unternehmerischen Schaffens sind also die eigentlich noch das Geschäftsmodell suchen die müssen erstmal in Richtung Profitabilität gucken und überhaupt erst mal klarkommen was ihrer Rolle ist.

00:31:36: und dann können sie später immer noch über wie es ein Thema Datenschutz, wie es das Thema Compliance, wie ist das Thema Tra-la-la während die eine Nische für sich gefunden haben oder einen Geschäfts-Sodell etabliert haben und Kunden Profitabilität sind, auch dann sozusagen schon die Chance haben sich zu engagieren und Dinge zu teilen und zu überlegen was sie mit Überschüssen machen wollen.

00:31:57: Also das

00:31:58: ist... Passt doch echt!

00:31:59: Ja also egal wo man steht irgendwo schminkt es dann vielleicht mit oder nicht.

00:32:04: aber ja lieber Marco bevor wir zu den drei Schlussfragen kommen meine letzte Frage zum Machenfestival wenn du zurückschaust auf die letzten fünf Jahre was ist so?

00:32:12: der Moment der dich schmunzeln lässt wo du sagst?

00:32:14: Der bleibt besonders in Erinnerung.

00:32:17: Was war das?

00:32:18: Also ich bin immer ein großer Freund von Momenten, die man auch nicht so richtig planen kann ehrlich gesagt.

00:32:26: Man kann hoffnungen anstreben und man kann sagen okay wir hätten gerne D&D-Band weil wir glauben das es vom Weiterhör gut passt oder wir hätten gern den und den Künstler da oder wir hätte gerne die Kinospeakerin da.

00:32:38: Das Schöne ist aber eigentlich wenn Dinge passieren, die sich selber irgendwie so ein bisschen verselbstständigen ohne dass man sie wahnsinnig geplant hat.

00:32:45: Also ich ertapp mich... Ich habe irgendwann mal durch Fotogaleriden von Fotografen sozusagen, also Bildmaterial was auf dem Festival entstanden ist wo ich dann irgendwann entdeckt hab das irgendwo so einen Mini-Rave auf der Toilette veranstaltet wurde, also wo ein DJ quasi irgendwie paar Mathekisten zusammen gestellt hat und mitten in der Nacht über den Tag quasi kleine Stickies verteilt hat und gesagt hat heute abends um dreizig Und dann sind gleich Schlitzel hier.

00:33:12: Und dann hatten irgendwie, für uns war es sich Leute in der richtig gute Zeit und ich hatte keine Ahnung was das passierte.

00:33:17: Das hat sich halt irgendwie so entwickelt und ich bin als Veranstalter auch ganz froh darüber dass ich nicht immer alles mitkriege.

00:33:24: Aber

00:33:24: an sich gerade die schönen Sachen wo wir gesagt haben Mensch wir haben Fairphone auf der Bühne gehabt also eine europäische Technologie können wir das wollen?

00:33:32: Da hast du eher selber.

00:33:33: der Gründer Was von Abe ist Designer.

00:33:36: Er ist auch nicht Unternehmer, sondern er ist auch Gestalter und Kreativer.

00:33:39: Der an Technologieunternehmen führt der europäische DNA versucht in eine sehr kompetitive Wirtschaftswelt reinzubringen.

00:33:46: Das passte sehr gut zu uns als Festival oder zu dem was wir als Anspruch hatten.

00:33:50: Genau Robert Habeck in diesem Jahr.

00:33:52: Wir haben auch viele Künstlerinnen und Künstlern also so Galeristen Mark immer sieht diese Parallelen zu ziehen aus zum Beispiel der Kunstwelt.

00:34:00: was jetzt die Bewertung eines Startups wenn man es verkauft?

00:34:04: Was ist der Unterschied zwischen der Bewertung von einem Kunstwerk und von dem Unternehmen?

00:34:08: Gibt es da vielleicht Parallelen, gibt's da vielleicht... diese Mini-Hins?

00:34:12: wie funktioniert Musikökonomie.

00:34:14: Also Künstler müssen sich auch verkaufen.

00:34:16: Es gibt auch einen Markt.

00:34:17: Und gerade jetzt mit KI ist das auch nochmal Thema Kreativität.

00:34:20: Braucht uns Menschen noch usw.

00:34:22: Ich habe immer großen Spaß an diesen Schnittmengen also wo man Dinge aus dem einen Kontext nimmt und plötzlich in den anderen Kontext wirft und sagt Mensch, wir sind doch gar nicht so unterschiedlich.

00:34:31: Ja mega spannend!

00:34:34: den Talk, der ich dieses Jahr moderiert habe nicht als dein Highlight genannt hast.

00:34:37: Nehmt mich nicht überhaupt an!

00:34:39: Dann

00:34:40: darfst du jetzt kurz noch mal erzählen was du moderieren darfst das kommt.

00:34:43: Da stimmt es dahin.

00:34:44: Wir hatten wirklich ein tolles Gespräch mit einer jungen Frau die aus Ursprüngung aus Litauen kommt dann in Amerika lange Zeit gelebt hat und gearbeitet hat und durch eine Speaking Up-Mentality in einem großen amerikanischen Unternehmen Persönlich und berufliche Konsequenzen hatte.

00:35:02: Und dieses Thema hat sie sich zur Eigen gemacht, nämlich welche Wichtigkeit und welche Bedeutung hat es für sich einzustehen?

00:35:09: Aber auch welche Konsequenten hat das und welchen Preis bezahlt man vielleicht auch dafür?

00:35:14: Ich fand es wirklich ein sehr berührendes Gespräch.

00:35:16: Tolle Frau!

00:35:17: Und freue mich auch über diese Verbindung einfach jetzt zukünftig mit ihr in Kontakt zu sein weil das war noch mal eine ganz andere Ebene aber wie wir eben sprachen Irgendwie kein klassisches Business-Thema, aber irgendwie dann doch.

00:35:29: Weil welche Rolle hast du als mitarbeitende Mitarbeiter in dem Unternehmen?

00:35:33: Ja also vielen Dank auch dass ihr das ermöglicht habt dieses Thema.

00:35:37: und wir kommen zu den letzten drei Fragen.

00:35:40: erste Frage Ostquote.

00:35:42: Also eine feste Quote für ostdeutsche Managerin Manager in Wirtschaft & Co.

00:35:47: ja oder nein?

00:35:51: Die großen Fragen!

00:35:53: Also ich bin kein Freund von Quoten weil ich das schon häufig gesehen habe, dass es zu Ergebnissen führt die glaube ich nicht im Sinne des Erfinders oder der Erfinderin sind.

00:36:01: Ob das jetzt bei male female und so weiter ist, verzerrt immer Dinge.

00:36:06: Ich würde es nicht vorschreiben sondern ich würde mir eher wünschen quasi an der Wurzel zu arbeiten also dafür zu sorgen dass Menschen qualifiziert sind talentiert und ambitioniert sind um in Führungspositionen auch reinzukommen.

00:36:21: Und ich verstehe jeden, der argumentiert ja gut und schön aber sozusagen man kennt sich und man vertraut sich wenn man aus dem gleichen Stall kommt.

00:36:28: und wir haben gerade ein strukturelles Problem und wir müssen das durchbrechen sonst wird es nicht sich verändern.

00:36:33: Das ist auch wahr, gerade wenn man sich die Statistik anguckt Bundesdeutsch ist das unfassbar traurig und passiert das nicht.

00:36:39: Ich glaube das Bewusstsein dafür ist da.

00:36:42: Das kann jetzt aber auch meinen also vielleicht ist es an anderer Stelle überhaupt nicht da aber ich habe das Gefühl dass es immer wieder thematisiert wird oder dass problematisch erkannt wird.

00:36:49: Ich fände es stark, wenn man auf natürliche Art und Weise die richtigen Talente in die richtige Position hebt.

00:36:54: Und ich würde lieber an der Stelle arbeiten, dass Leute da sind sich das zutrauen und Lust auf solche Jobs haben.

00:37:01: Ja sehr gut!

00:37:02: Zweite Frage was sind typisch ostdeutsche Produkte Eigenschaften Charakterzüge von denen ist vollgutes?

00:37:09: Dass wir sie im hier und jetzt haben?

00:37:11: oder Wenn du es anders beantworten willst, was sind so Dinge die uns vielleicht ganz gut täten wenn wir mehr davon hätten?

00:37:17: Und das sind Dinge gefallen von Rotkäppchensekt und Co.

00:37:21: bis hin zur Gleichstellung der Frau bis zu Kinderbetreuung also ist ein breites Spektrum.

00:37:26: Das alles drin!

00:37:28: Also ich glaube... ...das endet immer in furchtbaren Generalisierungen.

00:37:34: aber ich glaub' Wir sind sehr sehr pragmatisch auf eine Art sehr, sehr anpackend auch erfinderisch und auf einer Art flexibel und irgendwie uneitel.

00:37:45: Und das sind alles wie ich finde bodenständige ehrliche Charakterzüge die einerseits dazu führen dass man glaube ich ganz gut miteinander klarkommt wenn Lust aufeinander hat, dann ist es egal was für ein Vertrag man abgeschlossen hat oder... Sondern man hat eine Basis mit der man irgendwie arbeiten kann und die auch gerade in der Wirtschaftswelt ultra wertvoll ist.

00:38:10: Was wir glaube ich nicht gut können ist das was wir an Substanz haben zu verkaufen.

00:38:16: also Wir sind sehr sehr gut darin Dinge zu bauen aber stolz Darüber zu sprechen, was es alles gibt.

00:38:25: Da sind wir manchmal nicht ganz vorne mit dabei und das ist im jetzigen Marketing-Zirkus häufig von Nachteil.

00:38:32: Und da darf ich vielleicht als Festivalveranstalter noch kurz hinterherschieben.

00:38:36: Das ist auch nicht ganz trivial!

00:38:38: Wir müssen da manchmal zweimal, dreimal viermal die Leute sagen ja natürlich is dein Thema großartig?

00:38:42: Natürlich bist du die Person, die auf der größten der verfügbaren Bühne darüber sprechen sollte... auch, na jetzt komme ich nochmal Richtung Themen beim Female.

00:38:50: Das ist noch mal doppelt also sozusagen die Minderheit in der Mitte halt.

00:38:54: dann da müssen wir dafür sorgen dass sie sich trauen das sie sagen ja okay dann mache ich das mal und dann stellen die fest dass sie auf der Bühne stehen und sagen ach die Leute interessiert mich ja dafür und ich habe ja hier was tolles geschaffen.

00:39:06: so und dieses sich hinstellen und sagen das kann nicht.

00:39:09: Ich bin cool und ich kann das genauso gut wie andere.

00:39:13: das ist glaube ich etwas was wir lernen müssen.

00:39:16: Sehr gut.

00:39:16: Und allerletzte Frage, wen möchtest du in diesem Podcast hören?

00:39:21: Ah... Du interviewst nur Aussies?

00:39:25: Wessis sind erlaubt aber nur wenn sie einen guten Grund haben.

00:39:31: Sehr gut!

00:39:31: Dann wünsche ich mir Angela Merkel.

00:39:34: Sehr good.

00:39:36: Das ist glaube ich wäre dann mein Robert Habeck Moment, wenn ich das schaffe.

00:39:40: Der Franz

00:39:41: ist bestimmt drüber.

00:39:42: Ja, ich glaube auch dass das ein gutes Gespräch werden könnte.

00:39:45: also I'm ready!

00:39:47: Lieber Marco, vielen Dank für dieses Gespräch.

00:39:49: Ich fand es super schön dass wir über diesen Spirit den ich erstmals bei euch sozusagen mitbekommen hab hier sprechen konnten.

00:39:56: Ich fands richtig cool wie du gesagt hast.

00:39:58: einfach das ist eine Idee des Anpackenden und des Mitmachenden und freue mich wenn wir in der nächsten Machen Ausgaben wieder zusammen kommen.

00:40:07: und erstmal vielen dank dass du hier warst.

00:40:09: Vielen Dank dass du so viel Kraft in dieses Festival Gemeinsam mit dem Team natürlich steckst.

00:40:14: Wünsche euch alles Gute und schön, dass wir hier zusammengesprochen haben!

00:40:17: Vielen Dank für die Einladung.

00:40:19: Viel Spaß gemacht.

00:40:19: Ciao ciao!

00:40:21: Das war Einheit Gut Alles Gut.

00:40:23: Alles über das Projekt gibt es auf einheitgut-alles-gut.de.

00:40:28: Alle Folgen des Podcasts findet ihr entweder auf der Website oder natürlich auf den gängigen Plattformen.

00:40:33: Dieser Podcast lebt von spannenden Menschen und ihren Geschichten.

00:40:37: Wenn ihr Vorschläge habt jemanden kennt oder selbst inspirierende Geschichten so diesem Thema So schreibt mir gern.

00:40:42: Tony at einheitgut

00:40:44: allesgut.de.

00:40:46: Bis zum nächsten Mal!

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